Bürogebäude im Energieaudit: Was sie besonders macht
Büro- und Verwaltungsgebäude unterscheiden sich energetisch grundlegend von Wohngebäuden oder Industriehallen. Die Energiebilanz wird nicht primär durch die Gebäudehülle bestimmt, sondern durch die hohen internen Wärmelasten aus IT-Geräten, Personen und Beleuchtung. Diese Lasten machen Kühlung zum dominanten Energieverbraucher – auch in gemäßigten Klimazonen wie Deutschland.
Für das Energieaudit nach DIN V 18599 bedeutet das: Die Nutzungsprofile müssen präzise erfasst werden, die IT-Dichte je Raum muss bekannt sein, und die Zonierung des Gebäudes in Kern- und Fassadenzonen ist unverzichtbar. Eine pauschale Berechnung mit einem einzigen Nutzungsprofil für das gesamte Gebäude führt zu erheblichen Fehleinschätzungen der Kühl- und Heizenergie.
Typische Nutzungszeiten liegen bei 2.500 Betriebsstunden pro Jahr (Montag bis Freitag, ca. 7–19 Uhr). Serverräume und Rechenzentren – falls im Gebäude vorhanden – laufen 8.760 Stunden und dominieren die Strombilanz mit hohen IT-Lasten.