Eine LED-Umrüstung gehört zu den schnell amortisierenden Maßnahmen im Gebäudeaudit. Einsparungen von 60–68 % gegenüber alter Lampentechnik sind realistisch — bei gleichzeitig deutlich längerer Lebensdauer.
In Bestandsgebäuden finden sich häufig drei Lampengenerationen: T8-Leuchtstoffröhren, T5-Kompaktlampen und HQL-Quecksilberdampflampen. Alle drei lassen sich durch LED mit erheblicher Stromeinsparung ersetzen.
Lichtstrom-Äquivalenz (gleiche Helligkeit) als Vergleichsbasis. Einzelwerte je nach Hersteller und Modell um ca. 10 % abweichend.
Die Wirtschaftlichkeit einer LED-Umrüstung lässt sich mit einer einfachen statischen Amortisationsrechnung belegen. Das folgende Beispiel ist typisch für ein mittelgroßes Bürogebäude.
Über die Lebensdauer von 16 Jahren erzielt diese Maßnahme eine kumulierte Einsparung von rund 40.000 € — abzüglich der Investition von 8.000 € verbleibt ein Nettovorteil von 32.000 €. Wartungseinsparungen (weniger Lampenwechsel) sind hier noch nicht eingerechnet.
Bei der LED-Umrüstung stehen zwei Wege zur Wahl: der schnelle Leuchtmitteltausch (Retrofit) oder der Kompletttausch inklusive Leuchtengehäuse. Beide Varianten haben ihre Berechtigung — abhängig von Zustand und Alter der Bestandsanlage.
Neben der Effizienz bestimmen Farbtemperatur (in Kelvin) und Farbwiedergabeindex Ra die Eignung einer LED für den jeweiligen Einsatzbereich. Beide Parameter sind im Gebäudeaudit zu dokumentieren und zu bewerten.
| Ra-Bereich | Bewertung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Ra ≥ 90 | Sehr gut | Farbprüfung, Druckerei, Medizin, Museum |
| Ra ≥ 80 | Gut | Büro, Schule, Handel — Mindeststandard für Arbeitsplätze |
| Ra 70–79 | Eingeschränkt | Lager, Tiefgarage — nur wo keine Farbdifferenzierung nötig |
| Ra < 70 | Nicht zulässig | Nicht für Arbeitsplätze nach DIN EN 12464-1 einsetzbar |
Die Lebensdauer von LED-Systemen wird als L70-Wert angegeben: der Zeitpunkt, an dem der Lichtstrom auf 70 % des Ausgangswertes gefallen ist. Gutes Thermomanagement ist der entscheidende Faktor für ein langes LED-Leben.
LED-Chips erzeugen Wärme am Übergang (Junction Temperature). Steigt die Chip-Temperatur dauerhaft über 70 °C, beschleunigt dies den Lichtstromrückgang erheblich. Qualitäts-LEDs besitzen Kühlkörper oder thermisch leitfähige Platinen. Bei Einbau in geschlossene Leuchten oder in warmen Betriebsumgebungen ist die maximale Umgebungstemperatur (T_a max) des Herstellers zwingend einzuhalten.
Direkte Einzelförderung für LED gibt es auf Bundesebene aktuell nicht über BEG Strom. Dennoch bestehen mehrere Wege zur Kostenentlastung, insbesondere für gewerbliche Nutzer und im Kontext umfassenderer Sanierungskonzepte.
LED-Maßnahmen können als Teil eines iSFP anteilig mitfinanziert werden. Der iSFP selbst wird von der BAFA mit 80 % der Beratungskosten gefördert.
Mehrere Bundesländer (z. B. Bayern, NRW, Baden-Württemberg) fördern LED-Umrüstungen in Gewerbe und öffentlichen Gebäuden mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Krediten.
Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 800 € netto können im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben werden — gilt für viele Einzel-LED-Leuchten im gewerblichen Bereich.
Viele Stadtwerke und Kommunen bieten eigene LED-Förderprogramme für Gewerbe und Vereine an. Eine Anfrage beim lokalen Energieversorger lohnt sich vor der Investition.