Heizung, Lüftung, Kühlung, Beleuchtung und Gebäudeautomation systematisch erfassen und bewerten — so werden TGA-Einsparpotenziale sicher identifiziert.
Alle energierelevanten Anlagengruppen der Technischen Gebäudeausrüstung werden im Energieaudit vollständig erfasst
Die Heizungsanlage ist in Nichtwohngebäuden oft der größte Einzelverbraucher. Im Energieaudit wird der vollständige Wärmeerzeuger mit Kesseltyp (Brennwert, Niedertemperatur, Wärmepumpe, Pellets, BHKW), Baujahr, Nennleistung und dokumentiertem Wirkungsgrad aufgenommen.
Wärmemengenzähler sind entscheidend für eine belastbare Ist-Analyse: Fehlen sie, kann der Nutzwärmeanteil nur grob geschätzt werden. Die Vorlauf- und Rücklauftemperaturen geben Aufschluss über die hydraulische Einregulierung — hohe Spreizungen (15–20 K) sind ein Zeichen gut eingestellter Anlagen; geringe Spreizungen (unter 5 K) deuten auf Überströmung hin.
Umwälzpumpen werden auf ihre Effizienzklasse geprüft: Alte Stufenpumpen ohne Elektronik (Effizienzklasse D/E) können durch hocheffiziente EC-Pumpen (Klasse A) ersetzt werden und sparen 50–80 % des Pumpenstromverbrauchs.
Lüftungsanlagen sind oft unterschätzte Energieverbraucher — Ventilatorstrom, WRG-Effizienz und Betriebszeiten haben großen Einfluss
EER, SCOP und Kühlwassertemperatur sind die entscheidenden Stellschrauben für mehr Kälteeffizienz
Leuchtmitteltyp, installierte Leistungsdichte und Steuerung bestimmen den Beleuchtungsstromverbrauch
Im Energieaudit wird jede Anlage nicht nur aufgenommen, sondern auch in ihrem aktuellen Betriebszustand bewertet. Das Drei-Farben-Schema hilft bei der Priorisierung von Maßnahmen im Auditbericht.
Eine zeitgemäße GLT/BMS kann den Energieverbrauch um 10–30 % senken — ohne bauliche Eingriffe
Alle Anlagensysteme werden automatisch auf Nutzungszeiten und Wochenenden abgestimmt. Nachtabsenkung der Heizung und Abschaltung der Lüftungsanlage außerhalb der Nutzung sparen direkt Energie.
Heizung und Kühlung werden automatisch abgeschaltet, wenn Fenster geöffnet werden. Häufig angetroffene Fehlfunktion im Audit: Heizung läuft obwohl gekippt — vermeidbare Verluste von 10–20 %.
Die Heizungsvorlauftemperatur wird automatisch an die Außentemperatur angepasst (Heizkurve). Zu hohe Vorlauftemperaturen erhöhen den Kesselverlust und verhindern die Brennwertkondensation bei Gasbrennwertkesseln.
Ein verbundenes BMS zeigt Sollwertabweichungen und Anlagenfehler in Echtzeit. Im Audit werden Logdaten ausgelesen um systematische Über-/Untertemperaturen, Dauerlauf oder fehlerhafte Zeitprogramme zu identifizieren.
In Bürogebäuden mit vielen Nutzungsprofilen erlaubt eine Einzelraumregelung bedarfsgerechte Heizung je Raum. Kombiniert mit Präsenzsensoren lässt sich der Heizwärmeverbrauch in Büros um 15–25 % senken.
Spitzenlastreduzierung durch Lastverschiebung schützenswerter Großverbraucher. Im Audit werden Lastprofil-Daten des Energieversorgers ausgewertet, um den Leistungspreis zu senken — relevant bei Anschlussleistungen über 100 kW.
Antworten auf die wichtigsten Fragen zur TGA-Aufnahme im Energieaudit